Die Patronats- und Dorfkirche in Hohen Luckow

Die kleine Backsteinkirche liegt inmitten des Dorfes und schmiegt sich mit ihrem Friedhof direkt an die Einfassungsmauer des Gutes. Sie kann auf eine über 700-jährige Geschichte zurückblicken. Einen ersten Sakralbau gab es zu Beginn der Besiedlung um 1244, der vermutlich aus Holz oder Fachwerk bestand. Urkundlich nachweisbar ist jedoch erst der 1308 errichtete Neubau, den der Bützower Bischof dem Heiligen Nikolaus, dem Schutzheiligen der Seefahrer, Reisenden und Bedürftigen zwei Jahre später weihte. Seine Backsteinkonstruktion erhebt sich über einem Feldsteinsockel. Der schlichte rechteckige Bau besitzt einen Chor, der in der Spätgotik erweitert und mit einer dreiseitigen Apsis versehen wurde.

Nachdem Christoph von Bassewitz das barocke Herrenhaus errichten ließ, veranlasste er 1712 umfangreiche Veränderungen in der Kirche: An der Nordseite entstand ein Anbau, in dem sich die Familiengruft, die Sakristei und der Zugang zur Herrschaftsloge befindet. Als Inhaber des Kirchenpatronats stiftete die Familie von Bassewitz den hohen Kanzelaltar, ein Werk des fränkischen Barocks sowie den schwebenden Taufengel. Die Westempore mit der Orgel von Paul Schmidt aus Rostock wurde im Jahr 1772 eingefügt. Eine Turm- und Glockenerneuerung erfolgte 1785. Im 19. Jahrhundert gab es auf dem Gut zwei Besitzerwechsel, ehe 1840 die Familie von Brocken für 105 Jahre Gutseigentümer und Kirchenpatrone wurde und sich sehr für den Sakralbau engagierte.

1934 brannte der Westturm gänzlich ab. 1944 erhielten die Fenster nach einer nahen Detonation eine Notverglasung. Obwohl die Kirche auch in der für die Gemeinde schwierigen DDR-Zeit regelmäßig genutzt und liebevoll gepflegt wurde sowie mit großer Kraft die Dachsanierung realisiert werden konnte, war der Innenraum Anfang der 1990er Jahre in bedauernswertem Zustand. Mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz konnte die Kirchengemeinde im Jahr 1998 endlich die Trockenlegung des Grundmauerwerkes finanzieren. Doch die wertvolle Ausstattung hatte im Laufe der Jahre schwer gelitten. Die Farbfassungen an Altar und Taufengel lösten sich an unzähligen Stellen, der Holzwurm hatte sich im gesamten Interieur ausgebreitet. 1994 als die Familien Merckle und Holland das Gut Hohen Luckow übernahmen, belebten sie einerseits die Tradition des Patronats wieder. Andererseits riefen sie eine Stiftung für die Kirche ins Leben, die seither den Hauptteil der Restaurierungsarbeiten finanziert.

Mit großem Engagement der Patronatsfamilie, der Gemeindeglieder und anderer Förderer wurde die Innenausstattung schrittweise restauriert. 1998/99 wurden der aufwändige Kanzelaltar und der schwebende Taufengel gründlich untersucht und dokumentiert, vom Holzwurmbefall befreit, das oxidierte Silber restauriert und die Fassung nach Befunden der untersten, originalen Farbschicht wiederhergestellt. Zeitgleich wurde die Empore gereinigt, damit die durch die Orgelbaufirma Schmied/Kaufbeuren mit der finanziellen Unterstützung des Berufsverbandes der Bayerischen Kirchenmusiker restaurierte Orgel wieder eingeweiht und bespielt werden konnte. 2006 erfolgte die Instandsetzung des vergoldeten Leuchters. Auch die insgesamt 58 im Kirchenraum verteilten Engelsfiguren können nun wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit bewundert werden. 1995 entwarf die Glaskünstlerin Angelika Weingardt sieben moderne Fenster für die Kirche. Sie schuf ein Blaues Band, das den Kirchenraum umfasst und die Höhepunkte des Lebens und des Kirchenjahres thematisiert. 2014 wurde das letzte Fenster eingesetzt, wodurch die Reihe geschlossen ist.

Seit den 1990er Jahren finden in der Kirche wieder regelmäßig Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen und Konzerte statt. Ohne die engagierte Hilfe der Gemeindemitglieder, die sich um den Erhalt des Gebäudes kümmern und den kleinen Sakralbau zu Festtagen schmücken, würde die Kirche zu Hohen Luckow heute nicht so erstrahlen.

Alle interessierten Besucher sind herzlich nach Hohen Luckow eingeladen. Meist am letzten Wochenende eines jeden Monats findet ein Gottesdienst statt. Bei Veranstaltungen und nach telefonischer Absprache sind Besichtigungen möglich.

Kontakt
Kirchgemeinde Neukirchen
Pastorin Gudrun Schmiedeberg
Telefon 038 466-202 09

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