Ausstellung 3. Mai bis 4. Oktober 2013

Thomas Röthels Stahlskulpturen war im Sommer 2013 eine große Open-Air-Ausstellung in dem weitläufigen Park auf Gut Hohen Luckow gewidmet. Sechsundzwanzig monumentale Arbeiten mit der charakteristischen rostroten Patina waren auf einem abwechslungsreichen Parcours platziert, zwei weitere standen als Pendent vor der Rostocker Kunsthalle.

Thomas Röthel wurde 1969 in Ansbach geboren. Er ist ausgebildeter Holzbildhauer und studierte anschließend an der Akademie für Bildende Künste in Nürnberg. Schon dort lag der Fokus auf der Kunst im öffentlichen Raum. 1995 wurde er zum Meisterschüler ernannt. Seit dieser Zeit entwickelte er Stahlskulpturen. Röthel ist seit 1998 freischaffend, lebt und arbeitet in Oberdachstetten in Franken. Er nahm an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und der Schweiz sowie an der Schweizer Triennale der Skulptur, der art fair Köln, art bodensee und art karlsruhe teil. 2010 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Nürnberg.

Der Künstler vereint Lockerheit und Luftigkeit mit einem Material, von dem man es am wenigsten erwartet, denn Stahl steht allgemein für Massivität und Starre. Jedoch bewegt Röthel das Metall scheinbar mühelos. In der Realität des Werkprozesses ist allerdings enormer Aufwand gefordert: Röthel erhitzt die Stahlblöcke auf etwa 1200° C Grad, zieht und dreht dann ausgewählte Partien mittels immenser Hebelwirkung. »Entweder es gelingt oder es geht komplett daneben«, sagt der Künstler. Kein Objekt gleicht dem anderen, jede Plastik wird zu einem unverwechselbaren Unikat mit einer ganz eigenen Magie. Das Spektrum reicht von fast zart anmutenden Kleinplastiken bis hin zur tonnenschweren Großskulptur. Röthel nutzt die spezifischen Eigenheiten des Materials Stahl: Formbarkeit und Stabilität, Belastbarkeit und Eleganz. Sie ermöglichen freie Konstruktionen scheinbar ohne statische Beschränkungen. Präzise Planung, handwerkliche Raffinesse, die kühne Beherrschung glühenden Stahls und die Inspiration des Moments treffen bei den Skulpturen zusammen.

Ein Markenzeichen Thomas Röthels ist ein Skulpturentyp, der auch in verschiedenen Varianten in Hohen Luckow zu sehen war und mit vier Beispielen in der dortigen Dauerausstellung vertreten ist: Eine glatte, längsrechteckige Platte, bestehend aus vier aufeinander geschweißten Lagen erhält im mittleren Bereich Quereinschnitte, die mit dem Brenner bis zur rotleuchtenden Glut erhitzt werden. Mit gewaltigen Zugkräften zieht Röthel die obere und untere Partie auseinander und dreht bis zum gewünschten Winkel, der mehr als 360°C betragen kann. Durch das scheinbar »spielerische« Bewegen der geschnittenen Mittelstreifen wird die Manipulierbarkeit und Verletzlichkeit des harten und widerstandfähigen Materials hinterfragt. Die Mitte wirkt nun instabil und ungeordnet. Durch die flankierenden glatten Teile wird das Chaos der Linien beruhigt und geordnet. Röthels Stahlskulpturen wirken klar und strukturiert und besitzen eine Eleganz, wie man sie dem Stahl nicht zutraut.



Weitere Informationen
www.bege-galerien.de
www.thomasroethel.de



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